Basics - Die topische Anwendung

Unter Lokaltherapie oder topischer Therapie versteht man die Anwendung von medizinischen Wirkstoffen dort, wo sie therapeutisch wirken sollen (https://de.wikipedia.org). Wenn man in der Aromatherapie von topischer Anwendung spricht, so meint man damit meistens die äußerliche Anwendung über Haut. Aber auch die Anwendung über Haare, Mund, Zähne, Nägel oder Schleimhäute fällt unter diese Anwendungsmethode.


Die Haut ist unser größtes Sinnesorgan mit den umfangreichsten Funktionen. Sie dient als Hüllorgan der Abgrenzung von Innen und Außen, dem Schutz vor Umwelteinflüssen und der Wahrung des inneres Gleichgewichts. Des Weiteren übernimmt die Haut wesentliche Funktionen im Bereich des Stoffwechsels, der Wärmeregulation und der Immunantwort; sie verfügt über vielfältige Anpassungs- und Abwehrmechanismen.

Darüber hinaus stellt die Haut das flächenmäßig größte Organ sinnlicher Wahrnehmung dar, das der Oberflächensensibilität. Mit ihr verspüren wir Berührung, Druck, Vibration, Wärme oder Kälte und auch Schmerzen.


Die häufigste Methode ist die direkte Anwendung. Hier ist gemeint, dass die Öle direkt auf den Problembereich aufgetragen werden. Ätherische Öle sind in ihrer Wirkung sehr stark, da große Mengen von Pflanzenmaterial destilliert oder gepresst werden. Aus diesem Grund reichen bei der direkten Anwendung bereits wenige Tropfen um zum Ergebnis zu führen. Es hat sich generell herausgestellt, dass eine häufige Anwendung mit nur 1-3 Tropen (im Akutfall stündlich) besser ist, als seltene Anwendungen mit vielen Tropfen.


Wegen der großen Poren und der Reflexpunkte sind die Füße der zweitschnellste Körperbereich, der die Öle absorbiert. Auch hinter den Ohren oder an den Handgelenken werden die Öle schnell aufgenommen. Soll der Körper großflächig massiert werden, so ist eine Verdünnung der Öle sinnvoll, um nicht zu viel Öl zu verschwenden. Man verdünnt ätherische Öle am besten mit so genannten Trägerölen. Das sind fette, kaltgepresste Pflanzenöle, wie zB fraktioniertes Kokosöl, Jojobaöl, Mandelöl, Johanneskrautmazerat oder ähnliches. Auch bei so genannten "heißen" Ölen, also Öle, die auf Grund ihrer Potenz die Haut reizen können, wird empfohlen diese bei der topischen Anwendung zu verdünnen.


Werden Öle bei Babys oder kleinen Kindern verwendet, so ist es unbedingt notwendig, dass die ätherischen Öle IMMER verdünnt werden. Die Haut ist noch sehr dünn und sensibel. Man verwendet hier 1 Tropfen ätherisches Öl auf 1 Esslöffel (entspricht ca. 5ml) Trägeröl. Bei Kindern zwischen 2 und 5 Jahren mischt man 1 Tropfen auf 1 Teelöffel. Für Erwachsene passt die Faustregel - auf 1ml fertige Mischung gibt man 1 Tropfen ätherisches Öl.


Massagen sind eine sehr wohltuende Form der Aromaanwendung. Hier versteht man die Anregung von Muskeln, Haut und Bindegewebe um das körperliche und emotionale Gleichgewicht zu fördern. Massagen können beleben, entspannen, anregen oder besänftigen. Ätherische Öle können die Wirkung hier noch zusätzlich unterstützen. Für ein selbst gemischtes Massageöl nimmt man am besten 3 Tropfen ätherisches Öl mit 1 Esslöffel Trägeröl.


Vorhin erwähnt wurden bereits die Reflexpunkte, die sich nicht nur an den Füßen, sondern auch an Händen und Ohren befinden. Es empfiehlt sich, ätherische Öle direkt an den gewünschten Reflexpunkten anzuwenden und dort einzumassieren.


Auch bei der Anwendung von Kompressen oder entspannenden Bädern kann man mit der Beigabe von ätherischen Ölen sehr gut unterstützen. Für die Herstellung von Kompressen fügt man ca 2l warmem Wasser die gewünschten ätherischen Öle zu und rührt die Mischung gut durch. Dann wird ein Handtuch auf das Wasser gelegt. Da die ätherischen Öle oben auf schwimmen, nimmt das Handtuch die Öle auf. Wenn das Handtuch komplett durchtränkt ist, wird dieses gut ausgewrungen und dann auf den betreffenden Körperbereich gelegt. Für eine heiße Kompresse wird darüber noch ein trockenes Handtuch und eine Wärmeflasche gelegt. Bei einer kalten Kompresse wird das nasse Handtuch mit einer Folie abgedeckt und eingewickelt.


Für ein entspannendes Bad ist es wichtig, dass die ätherischen Öle emulgiert werden. Das bedeutet, die Öle müssen vor der Beigabe zum Wasser mit Bittersalz, Milch oder Obers (Sahne) gemischt werden, damit man nicht wie bei der Kompresse einen Ölfilm an der Oberfläche hat. Das Wasser sollte auch nicht eine Temperatur von über 40 Grad Celsius haben, da sonst die Wirkung der ätherischen Öle nicht mehr gewehrleistet ist. Man kann sich die ätherischen Öle aber auch zum Duschgel oder Haarshampoo mischen oder sich ein toll duftendes Badesalz mischen.


Eine weitere hervorragende Methode der topischen Anwendung ist die Aromatouch-Anwendung. Hier kannst du mehr darüber lesen. Oder auch die "Kurzform", die so genannte Hand-Touch-Anwendung. Hierbei wird ein beliebiges Öl auf die Handfläche getropft, mit Trägeröl verdünnt und anschließend nach einem vorgegebenen Schema einmassiert. Solltest du an dieser Technik interessiert sein, kannst du mich gerne kontaktieren. Die tolle Wirkung dieser Anwendungsmethode kannst du anhand einer durchgeführten Studie hier nachlesen.




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